Der Start

Und es dauert…

Unser Einreisevisum gilt ja nur für 60 Tage, deswegen haben wir direkt nach unserer Ankunft mit der Immigrationsspezialistin an unserem neuen 9G Visa gearbeitet. Aber so schnell kann das nicht losgehen…

Wir hatten ja noch unsere alten iCards. Das ist nichts von Apple, sondern eine i-dentifikation für Ausländern in den Philippinen in Form einer Card: iCard. Die waren zwar abgelaufen, aber immer noch registriert. Deswegen mussten die vor dem neuen Visaantrag erst einmal gelöscht werden.

Mittlerweile war aber unser Visum fast abgelaufen, deswegen “musste” es nochmal verlängert werden. Natürlich gibt es dafür eine Gebühr und es dauert wieder. Dann konnte erst der Antrag gemacht werden. Da Adventist World Radio (mein Arbeitgeber) keine eigene Registrierung auf den Philippinen hat, bin ich über die örtliche Kirchenverwaltung hier angestellt. Und warum sollten die jemand anstellen, der kein Pastor ist? Der erste Antragsversuch ist also trotz Mitbringsel der Immigrationsspezialistin nichts geworden. Also war sie kreativ und mein Beruf war im nächsten Antrag dann: lizensierter Missionar. Damit ist der Antrag dann durchgegangen.

Damit haben wieder aber immer noch nicht unser Visum, denn mit dem Visum bekommen wir ja auch unsere neue iCard. Und dafür müssen wir biometrisch erfasst werden. Also das sind wir natürlich schon mal vor zwei Jahren, aber unsere Identität wurde ja gelöscht. GDPR und so…

Dafür mussten wir nach Manila, natürlich in Begleitung der Immigrationsspezialistin. Alle Organisationen mit ausländischen Mitarbeitern brauchen so eine Person und nur in Begleitung dieser Person dürfen wir in das Gebäude. Damit es diesen Personen im klimatisierten Gebäude nicht zu kalt wird, müssen diese extra lilafarbene Vesten tragen:

Wieviele Immigrationsspezialist*innen findet ihr?

Auf Grund von Corona ist die Arbeit für unsere Immigrationsspezialistin auch etwas schwieriger geworden. Denn sie darf auf Grund des Anfangsbuchstabens ihren Nachnamens nur noch an geraden Tagen in das “Bureau of Immigration”. Mir erschließt sich der Grund dafür nicht ganz, denn wenn sie nicht müsste, würde sie ja nicht dort hin gehen. Es gibt ja deswegen nicht weniger Ausländer die ein Visum brauchen.

Nachdem wir auf ca. 20 verschiedenen Stühlen gesessen waren um in der Schlange bis zum Schalter aufzurutschen, wurden wir kriminaltechnisch erfasst: Fingerabdrücke und ein Bild von vorne und von der Seite. Das mit den Fingerabdrücken war gar nicht so einfach:

Das Gerät zur Erfassung der Fingerabdrücke funktioniert leider nicht sehr zuverlässig. Es darf quasi kein Fettfilm auf der Haut sein und auch das Gerät absolut sauber sein. Außerdem muss man den Finger in einer bestimmten Art und Weise und Geschwindigkeit über das Gerät rollen. Deswegen steht neben Julia eine geübte Fachkraft, die ihre Finger professionell über das Gerät rollt. Mit viel Sprühalkohol wird dann nach für jeden Abdruck das Gerät und der Finger gefügig gemacht. Das ist übrigens der Grund, warum es vor dem Schalter so eine lange Schlange gibt. Die Plastikstühle und die Fachkraft sind anscheinend preiswerter als ein neues Gerät.

Irgendwann sind wir trotzdem fertig geworden und haben beim Rückweg in Dasma noch etwas gegessen:

Als wir gerade die Mall verlassen, fällt mir auf: ich habe kein Faceshield auf. Das müssen wohl die letzten Bilder von meinen Faceshield gewesen sein. Aber warum hat mich niemand von der Security angesprochen? Das habe ich erst vor wenigen Tagen verstanden: es geht nicht um das Faceshield oder um Gesundheit. Sondern einzig und allein um “Compliance”. Und die wird dadurch sichergestellt, das man beim reingehen in die Mall ein Faceshield auf hat. Darüber schreibe ich bald einen eigenen Blogeintrag.

Vor zwei Jahren habe ich zumindest an Weihnachten mein Visum schon gehabt, Julia musste noch etwas länger warten. Die iCards gabs dann etwas später. Wir hatten es uns sooooo gewünscht, aber leider kein Visa und keine iCard zu Weihnachten.

Denn damit haben wir ab 1. Jänner keinen gültigen Führerschein mehr, da ein ausländischer Führerschein nur drei Monate gilt. Für die Umschreibung braucht man aber eine iCard und einen Führerschein mit Ablaufdatum, das hat aber mein Führerschein nicht.

Also werde ich hier einen lokalen Führerschein machen, aber auch dafür braucht man eine iCard. Mit Fahrstunden kostet der ca. 200 Euro, ohne Fahrstunden aber Lieferung am nächsten Tag nur 400 Euro.

Dann hoffe ich mal das ich in den nächsten Wochen nicht von der Polizei aufgehalten werde. Wenn schon, weiß ich ja jetzt wie das geht…

Author

tobiaska123@gmail.com

Comments

Judy
December 27, 2021 at 5:53 pm

Herrlich, dass die Sessel und das Personal so preiswert zu sein scheinen 😊 danke für den Bericht!



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