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Live the new normal

Ich sitze gerade im Flieger, habe zuerst über die letzten 9 Monate reflektiert und mir dann ein Hörbuch angehört. Über die Reise an sich muss ich wahrscheinlich nicht mehr so viel schreiben, denn zumindest der Anfang ist fast genau gleich wie bei Julia gelaufen.

Aber wie komme ich zum Titel für diesen Blogeintrag? Das Buch was ich mir angehört habe, heißt “Atomic Habits” von James Clear. Er stellt gleich am Anfang die Hypothese auf, dass es ein fast alpgemeingültiges, sich wiederholendes Muster für Gewohnheiten gibt:

  1. Cue: der Trigger für die Belohnung
  2. Craving: was sich dafür ändern muss
  3. Response: die Gewohnheit an sich
  4. Reward: die Belohnung, die nach Wiederholung verlangt

Beim Zuhören hat es ein paar mal “Klick” gemacht, ich bin nämlich ein Fan von Konzepten, die sich als nahezu allgemeingültig herausstellen.

Wenden wir das doch gleich mal auf meinen Flug an:

  1. Nach Julias erfolgreicher Reise nach Österreich habe ich nach der gleichen Belohnung gesucht, nämlich auch unkompliziert dort anzukommen. 
  2. Was muss ich dafür tun? Genau: buchen. Der unterbewusste Autopilot war aktiviert und ich habe nicht mal mehr nach anderen Flügen geschaut
  3. Ich sitze im Flugzeug, gleiche Flug (GF155/GF17), gleicher Wochentag
  4. Wenn bei mir auch alles klappt, werde ich wieder GulfAir fliegen, oder? Jetzt wird es interessant – ich kann nämlich nur nach Frankfurt fliegen. Bedeutet: solange es keine anderen Flüge nach München gibt, werde ich wieder mit GulfAir fliegen, wenn ich aber eine für mich höhenwertige Belohnung finde (auf der Suche nach einer Belohnung), werde ich meine sich anbahnende Gewohnheit ändern.

Und wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke, dann stelle ich fest, das sich dieses Konzept der Gewohnheit sowohl im positiven als auch negativen Beispielen manifestiert hat.

Positiv:

  • Das erfolgreiche Muster des “Beziehung aufbauen”, “System verstehen”, “System verändern” hat auch in völlig anderem Kontext (Kultur, Branche, …) grundsätzlich funktioniert
  • Der Mix aus dedizierter, zeitlicher Planung von Aufgaben, ToDo Liste und “Zero Inbox” Methode hat mir geholfen, auch bei neuen und unbekannten Aufgaben nie den Überblick zu verlieren

Negativ:

  • Meine “ich muss es mal selbst gemacht haben, um es zu delegieren” Mentalität hat mir sehr viel Zeit und Kraft gekostet.
  • Mein “Ich brauche das große Bild” Verlangen hat dazu geführt, das mich nicht nur die Suche danach frustriert hat, sondern dass ich auch mein Team ausgebremst habe. Statt über “wo wollen wir hin zu reden” hätte es mehr “durch genau diese Schritte kommen wir dort hin” gebraucht.

Es geht eben nicht nur darum, dass man neue Dinge lernt, sondern das man gewisse Dinge verlernt. Gerade wenn das unter anderen Umständen schon ganz gute “Gewohnheiten” waren, ist es natürlich umso schwerer sie zu verlernen.

Neben dem Jahr nach meinem Autounfall (2005/06) war das Letzte für mich persönlich sicher das Herausforderndste. Aber wie sagt man so schön: “was einen nicht umbringt, man einen nur härter”.

Ich bin so dankbar für die neuen Freunde, die uns diesem ersten Jahr zugehört, unterstützt und ermutigt haben. Vor allem mit Gott und Julia an meiner Seite kann das nächste Jahr kommen.

Damit geht dieser Unterwegs-Blog jetzt für ein paar Wochen in den “Heimaturlaub”. Wir freuen uns schon auf viele tolle Begegnungen mit Familie und Freunden in unserer Homebase. Anfang September geht es dann mit Quarantäne in Manila, Habitstacking und “Living on the edge” in vielen anderen Situationen weiter.

Wer nach alternativem Lesestoff sucht, ist mir “Atomic Habits” von James Clear sicher gut beraten. Und nein, Audible sponsert diesen Blog nicht…

P.S. hier noch ein paar Bilder

Author

tobiaska123@gmail.com

Comments

Judy
July 20, 2020 at 8:13 pm

Danke für den Einblick in deine Erfahrungen und Gedanken! Enjoy the homebase 👍🏻



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July 7, 2020